Stauraum im Kastenwagen: Gewicht und Ordnung

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Zuladung im Blick, Ladung gesichert, freie Flächen genutzt – so bringst du Ordnung in den Kastenwagen, ohne das zulässige Gewicht zu überschreiten.

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Im Kastenwagen ist der Platz knapp, und jedes Kilo zählt. Bei uns fahren außerdem zwei Zwergpudel mit, deren Sachen auch irgendwo hinmüssen. Ordnung heißt für uns deshalb: wissen, was das Fahrzeug tragen darf, alles sicher verstauen und freie Flächen nutzen.

Zuladung: erst rechnen, dann packen

Was dein Fahrzeug wiegen darf, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Laut der Feldübersicht des ADAC findest du in Feld F.2 die zulässige Gesamtmasse, in Feld G die Leermasse und in den Feldern 8.1 und 8.2 die zulässige Achslast je Achse. Die Zuladung ergibt sich laut TÜV NORD, indem du das Leergewicht von der zulässigen Gesamtmasse abziehst. Zur Zuladung zählen laut ADAC Hessen-Thüringen auch die Mitreisenden, bei uns also auch die Hunde.

Der Wert in den Papieren ist nur ein Ausgangspunkt. TÜV NORD weist darauf hin, dass Zubehör wie Markise, Klimaanlage oder Fahrradträger das Gewicht schnell erhöht und die Zuladung verringert. Auch Pössl schreibt zum Summit Shine 600, dass die Gewichtsangaben für die Serienausstattung gelten und sich die empfohlene Zuladung mit Sonderausstattung ändert. TÜV NORD rät deshalb, das Leergewicht auf einer Fahrzeugwaage zu bestimmen und einige Tage vor der Reise mit dem gepackten Fahrzeug noch einmal auf die Waage zu fahren.

Dass das kein Randthema ist, zeigt eine Mitteilung der Unfallforschung der Versicherer von 2016: Bei Verkehrskontrollen war rund die Hälfte aller Campingfahrzeuge zu schwer. Laut § 34 Absatz 3 StVZO gilt, dass die zulässige Achslast und das zulässige Gesamtgewicht beim Betrieb des Fahrzeugs einzuhalten sind.

Schweres nach unten, Leichtes nach oben

Der ADAC Hessen-Thüringen rät, schwere Gegenstände wie Wasserkästen in Staufächer nahe dem Fahrzeugboden zu packen und leichte Sachen in die oberen Fächer. Laut TÜV NORD verringert das die Wankneigung. Gibt es einen Doppelboden, gehören schwere Dinge dorthin, zwischen die Achsen.

Vorsicht beim Heck: Zu viel Gewicht dort belastet laut TÜV NORD die Hinterachse überdurchschnittlich und entlastet über Hebelkräfte die Vorderachse. Bei Frontantrieb kann das zu Traktionsproblemen und verändertem Lenkansprechverhalten führen. Unser Pössl steht auf einem Fiat Ducato, und der hat laut auto motor und sport angetriebene Vorderräder. Schweres gehört also nicht nach hinten, nur weil dort noch Platz ist.

Ladung sichern: was die StVO verlangt

Laut § 22 Absatz 1 StVO gilt: Die Ladung einschließlich der Geräte zur Ladungssicherung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Laut § 23 Absatz 1 StVO muss, wer fährt, außerdem dafür sorgen, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch Ladung oder Besetzung nicht leidet.

Im Alltag heißt das: Schranktüren und Schubladen vor der Abfahrt schließen. Der ADAC Hessen-Thüringen rät, bruchgefährdete Gegenstände nicht offen im Innenraum zu lagern und lose Kleinteile in verschlossene Boxen zu packen. Die Unfallforschung der Versicherer warnt, dass ungesicherte Teile bei einem Unfall zu Geschossen werden und Mitfahrende schwer verletzen können.

Das betrifft auch Hunde: Laut ADAC gilt ein Hund im Auto als Ladung, die ausreichend gesichert werden muss. Reist du mit Hund, plane seinen Platz von Anfang an mit ein.

Freie Flächen nutzen, aber mit Bedacht

Sind die Schränke voll, bleiben oft ungenutzte Flächen: die Innenseiten der Hecktüren, freie Wandstücke und die Rückseiten der Fahrerhaussitze. Taschen, Netze und Hängeorganizer schaffen dort Platz für Dinge, die du schnell greifen willst, etwa Leinen, Taschenlampe oder Ladekabel.

Was an Wand oder Tür hängt, sollte so fest sitzen, dass auch bei einer Vollbremsung nichts herabfällt. Organizer an den Hecktüren sitzen außerdem weit hinten. Dort gehört nur Leichtes hin, damit die Hinterachse nicht unnötig belastet wird.

Hat dein Fahrzeug außen eine Kederschiene oder Kederleiste, bietet sie zusätzliche Möglichkeiten. Sie ist das Gegenstück zum Keder, der runden Randverstärkung etwa eines Vorzelts oder Sonnensegels. Laut promobil wird eine Kederleiste beim Campen auch gern für kleinteiliges Zubehör wie Haken zum Wäschetrocknen oder Leuchten genutzt. Das entlastet am Stellplatz den Innenraum, und vor der Abfahrt kommt alles wieder hinein.

Zum Vergleich Stauraum und Ordnung

Quellen